Archiv für den Monat: Februar 2011

Zur aktuellen Lage: Banshee und ubuntu

Da die aktuelle Diskussion um dem entfernten Amazon Store in Banshee bei der nächsten ubuntu Release große Kreise zieht möchte ich mich dazu auch einmal äußern. Für diejenigen die noch nicht wissen worum es geht sei diese Nachrichtenquelle empfohlen:

http://www.golem.de/1102/81515.html

Ich glaube der Knackpunkt wurde schon in vielen Diskussionen genannt. Canonical MUSS Umsatz generieren im Gegensatz zu anderen Distributionen wie openSUSE, Fedora, Debian etc. Gerade deshalb denke ich das es gerade bei ubuntu auch später noch zu solchen Problemen kommen wird. Hier ist einfach ein Interessenkonflikt zwischen der OSS Community und dem gewinnorientierten Unternehmen. Und in dem Fall hat die Community zu “kuschen” wenn Ihre Software auf die Distro möchte bzw. wird demnach abgeändert wenn es sein muss. Ich denke, wäre Canonical so groß wie RedHat oder Novell würden sie daran gar keine Beachtung schenken. Wobei gesagt werden muss, das oben genannte Firmen ganz anderen Zielgruppen hat als Canonical. Außerdem möchte ich an dieser Stelle anmerken das die Banshee Entwickler keinerlei Probleme damit haben das der Amazon Store deaktivert wird. Man hat sich dabei mit Canoncial geeinigt. Es bleibt in Zukunft abzuwarten wie sich dies entwickelt.

Gerade die Entwicklung mit der Oberfläche Unity wird dieses Jahr wohl ganz oben stehen. Inwieweit wird die Oberfläche akzeptiert werden? Wenn man sich daran erinnert wie groß die Resonanz auf die Position der Fensterbuttons war. Natürlich kann man die Oberfläche wieder zu Gnome ändern. Aber bei Umsteigern zählt der erste Blick. Wird man dann vor eine instabile bzw. unvollständige Oberfläche gesetzt sind die Nutzer gefrustet und lassen das Experiment Linux erstmal sein. Den Umsteigern dann zu erzählen man müsste erstmal eine andere Oberfläche installieren um bestimmte Funktionen zu haben ist manchen Einsteigern auch zuviel. Ob ubuntu langfristig GNOME von der CD wirft bleibt abzuwarten, genauso wie sich dies insgesamt entwickelt.

Bei vielen habe ich schon gelesen, dass vermutet wird, Canonical möchte ubuntu auf Mobiledevices trimmen. Wayland und Unity währen dafür wesentlich ehr geeignet als das große Gnome und der X-Server. Insgesamt sieht man aber das Canonical einen sehr merkwürdigen Weg zzt. fährt und man irgendwie nicht weiss was man davon halten soll. Mit dem Vorantreiben von Wayland und der Entwicklung von Unity bricht Canonical aus dem Bild der typischen Linuxdistributionen heraus. Auch die Ankündigung sich die Integration von QT-Andwendungen offen zu halten, wobei ubuntu seit jeher eine GTK Distribution war.

Nur wundert mich das im offiziellen Git Repository von Wayland im letzen Monat gerade einmal sechs Personen etwas beigetragen haben. Hier frage ich mich wie ernst es Canonical mit Wayland meint bzw. das der Zeitplan doch etwas sehr stramm gefasst ist. Ich lasse mich hier aber gerne eines bessern belehren. In der Entwicklung von Wayland bin ich nicht involviert.

Fazit:
Abwarten und Tee trinken. Was Canonical letztendlich mit der Haupdistribution macht, lässt sich weder voraussagen noch aktiv beeinflussen. Alternativen, auch ubuntu-interne Distributionen, gibt es genug. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

Tipp: Das QwebYaST Applet

qwebYaST Übersicht

Durch Zufall bin ich auf das kleine KDE Applet QwebYaST aufmerksam geworden. Es macht im Endeffekt nichts anders als sich in den Systemabschnitt einzunisten und den Status des webYaST Servers anzuzeigen. Dabei bietet es die Möglichkeit den Server mit einem Klick zu starten. Natürlich muss dann auch das root-Passwort eingegeben werden. Läuft der Server so lässt sich von dem Applet auch schnell auf den Server per Standardwebbrowser zugreifen.

Das Paket können Sie mit

sudo zypper in qwebyast

installieren.

Netzwerk LED zur Gehäusefront legen

2 Drähte angelötet

Leider sind bei Netzwerkkarten die LEDs in den meisten Fällen in den Stecker integriert, so dass man diese im normalen Betrieb an einem Rechner nicht bemerkt. In manchen Fällen ist es aber sinnvoller wenn zum Beispiel die POWER LED als ACT LED herhält oder man eine zusätzliche LED vorne am Gehäuse hat. So kann man immer sehen ob gerade etwas durch das Netzwerk läuft. Gerade bei Servern eine gute Sache. Manche Mainboards bieten schon aufgelötete Pins an wo nur noch eine LED eingesteckt werden muss. Dies sind aber meistens teure Servermainboards oder Spezialboards.

Bevor man nun tief in die Tasche greift schnappt man sich den Lötkolben und setzt sich für eine Stunde ruhig hin und baut sich so etwas einfach selber. Ich habe dafür, da ich dies zum ersten mal mache, eine PCI Gigabit Netwerkkarte für ~8 Euro bei ebay verwendet (TP-LINK TG-3269). 1. weil ich nicht mein Mainboard zufälligerweise zerstören wollte und 2. ich nicht vorhatte den halben Rechner auseinandernehmen zu nehmen. Sollte man die Karte zufälligerweise zerstören, so ist der Verlust noch ehr zu verschmerzen als ein neues Mainboard zu kaufen.

Was wird benötigt? Eigentlich nicht viel:

  • Lötkolben mit kleiner Spitze
  • Lötzinn
  • Schaltdraht
  • Stiftleiste 2-polig
  • Entlötpumpe
  • Schraubendreher, Zangen

POWER LED als ACT LED

Denkt daran, dass beim löten an der Netzwerkkarte oder Mainboard die Garantie erlischt. Auch besteht die Gefahr sich mit dem Arbeiten am Lötkolben zu verletzen. Arbeitet deswegen ruhig und bedacht.

Nun gillt es an der Netzwerkkarte die alte LED zu entfernen. Ich habe mich bei der Netzwerkkarte bewusst für eine mit extra angelöteten LEDs entschieden die nicht in dem RJ45 Stecker eingebaut sind. So ist es einfacher an die Kontakte zu kommen. In meinem Fall waren 2 LEDs in einem Plastikgehäuse eingearbeitet, so dass ich zuerst 4 Kontakte ablöten musste um eine LED zu entfernen. Danach musste ich die eine LED wieder anlöten. Anders konnte man die eine LED leider nicht entfernen. Sinnvoll währe es die Netzwerkkarte vorher einmal einzubauen um zu kontrollieren ob sie auch funktioniert sowie die richtige LED für später herauzufinden. Hat man die richtige LED entfernt, werden an die frei gewordenen Kontakte je ein Draht angelötet der wiederum an einen Pol der Stiftleiste gelötet wird. Nun kann die die entsprechende LED vorne (in meinem Fall die POWER LED) ganz normal wie bei einem Mainboard angesteckt werden (auf polung achten). In meinem Fall musste ich keine Vorwiderstand einbauen, da die LED die voreingebaut war schon die richtige Spannung hatte.

Wenn nun alles klappt ist eure ACT LED nun nach vorne gelegt. Das sieht nicht nur absolut geekig aus, sondern ist auch noch sinnvoll.