Zur aktuellen Lage: Banshee und ubuntu

Da die aktuelle Diskussion um dem entfernten Amazon Store in Banshee bei der nächsten ubuntu Release große Kreise zieht möchte ich mich dazu auch einmal äußern. Für diejenigen die noch nicht wissen worum es geht sei diese Nachrichtenquelle empfohlen:

http://www.golem.de/1102/81515.html

Ich glaube der Knackpunkt wurde schon in vielen Diskussionen genannt. Canonical MUSS Umsatz generieren im Gegensatz zu anderen Distributionen wie openSUSE, Fedora, Debian etc. Gerade deshalb denke ich das es gerade bei ubuntu auch später noch zu solchen Problemen kommen wird. Hier ist einfach ein Interessenkonflikt zwischen der OSS Community und dem gewinnorientierten Unternehmen. Und in dem Fall hat die Community zu „kuschen“ wenn Ihre Software auf die Distro möchte bzw. wird demnach abgeändert wenn es sein muss. Ich denke, wäre Canonical so groß wie RedHat oder Novell würden sie daran gar keine Beachtung schenken. Wobei gesagt werden muss, das oben genannte Firmen ganz anderen Zielgruppen hat als Canonical. Außerdem möchte ich an dieser Stelle anmerken das die Banshee Entwickler keinerlei Probleme damit haben das der Amazon Store deaktivert wird. Man hat sich dabei mit Canoncial geeinigt. Es bleibt in Zukunft abzuwarten wie sich dies entwickelt.

Gerade die Entwicklung mit der Oberfläche Unity wird dieses Jahr wohl ganz oben stehen. Inwieweit wird die Oberfläche akzeptiert werden? Wenn man sich daran erinnert wie groß die Resonanz auf die Position der Fensterbuttons war. Natürlich kann man die Oberfläche wieder zu Gnome ändern. Aber bei Umsteigern zählt der erste Blick. Wird man dann vor eine instabile bzw. unvollständige Oberfläche gesetzt sind die Nutzer gefrustet und lassen das Experiment Linux erstmal sein. Den Umsteigern dann zu erzählen man müsste erstmal eine andere Oberfläche installieren um bestimmte Funktionen zu haben ist manchen Einsteigern auch zuviel. Ob ubuntu langfristig GNOME von der CD wirft bleibt abzuwarten, genauso wie sich dies insgesamt entwickelt.

Bei vielen habe ich schon gelesen, dass vermutet wird, Canonical möchte ubuntu auf Mobiledevices trimmen. Wayland und Unity währen dafür wesentlich ehr geeignet als das große Gnome und der X-Server. Insgesamt sieht man aber das Canonical einen sehr merkwürdigen Weg zzt. fährt und man irgendwie nicht weiss was man davon halten soll. Mit dem Vorantreiben von Wayland und der Entwicklung von Unity bricht Canonical aus dem Bild der typischen Linuxdistributionen heraus. Auch die Ankündigung sich die Integration von QT-Andwendungen offen zu halten, wobei ubuntu seit jeher eine GTK Distribution war.

Nur wundert mich das im offiziellen Git Repository von Wayland im letzen Monat gerade einmal sechs Personen etwas beigetragen haben. Hier frage ich mich wie ernst es Canonical mit Wayland meint bzw. das der Zeitplan doch etwas sehr stramm gefasst ist. Ich lasse mich hier aber gerne eines bessern belehren. In der Entwicklung von Wayland bin ich nicht involviert.

Fazit:
Abwarten und Tee trinken. Was Canonical letztendlich mit der Haupdistribution macht, lässt sich weder voraussagen noch aktiv beeinflussen. Alternativen, auch ubuntu-interne Distributionen, gibt es genug. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

2 Gedanken zu “Zur aktuellen Lage: Banshee und ubuntu

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  2. Ubuntu hat das Problem alles anders machen zu wollen. Es fängt an beim Me-Menu, wo anwenderfreundliche Programme wie Pidgin oder Thunderbird mit all ihren Möglichkeiten dem Design geopfert werden. Es geht über den Abschied von der genialen Netbook-Oberfläche, die eine Webseite in der gesamten Breite und maximaler Höhe darstellen konnte (wie in 10.4.) zu gunsten von App-Geklapper (wie in Unity unter 10.10): Ich denke Ubuntu steckt in einer Krise.

    Ubuntu One ist eigentlich überflüssig wie ein Kropf, inklusive Music-Store. Könnte man wenigstens Kalender synchronisieren, würde es ja noch Sinn machen. Aber so?

    Vielelicht sollte man es hinsichtlich des Music-Stores ganz einfach handhaben: weder Amazon noch Ubuntu, stattdessen etwas durchdachtere Software. Die könnte man im Übrigen auch vermarkten.

    Gerade Ubuntu könnte operationalisierbare Liunx-Systeme für alle denkbaren Aufgaben herstellen, das „Ingenieurische“ von Open-Suse würde fehlen, aber Ubuntu will es anscheinend nicht anders. Meine Alternative: Windows 7

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