Archiv für den Monat: Oktober 2011

Server nur ohne angemeldeten Benutzer herunterfahren

Wie bestimmt in jedem Hackerspace oder manchen Büros stehen dort Server die eigentlich nur über den Tag hinweg genutzt werden und abends oder bei “Ladenschluss” heruntergefahren werden können. Zwar ist es kein Problem die Einstellungen in den ACPI Config-Dateien so vorzunehmen das der Server beim drücken des Power-Knopfes herunterfährt, allerdings würden dann alle Nutzer, die noch (von extern über einen SSH Tunnel) auf dem Server sind, rausgeschmissen. Damit man trotzdem den Server per Tastatendruck ohne sich extra per ssh anzumelden herunterfahren kann gibt es eine kleine Shellscriptabfrage die man einbauen kann. Gefunden habe ich diese auf linux-club.de. Sie bewirkt, dass der Server per Tastendruck nur heruntergefahren wird wenn kein Nutzer mehr einen Tunnel zum Server offen hat. Ist dies der Fall und der Power-Knopf wird gedrückt, läuft der Server trotzdem weiter und der root bekommt eine E-Mail das der Power-Knopf betätigt wurde. Dei nötigen Schritte sind recht simpel:

Kontrollieren Sie vorher ob das Paket acpid installiert ist.

Öffnen Sie als root die Config-Datei für den Powerbutton mit dem Befehl

vi /etc/acpi/events/power_button

und ändern sie den Eintrag

action=

so ab das dort

action=sh /root/bin/poweroff.sh

steht (mit i kommen Sie in den Eingabemodus, zum speichern Esc und dann :wq). Das Script poweroff.sh erstellen wir noch später. Sie können es auch woanders speichern. In diesem Falle müssen Sie nur den Pfad ändern.

Mit dem Befehl vi /root/bin/poweroff.sh erstellen Sie das Script und öffnen gleichzeitig den Editor. Drücken Sie i um in den Eingabemodus zu gelangen und tragen Sie folgendes ein:

  1. #!/bin/bash
  2. r=`who -u`
  3. if [[ $r != "" ]];
  4. then echo "Der Powerknopf wurde gedrückt" | mail -s "Powerknopf" root@localhost 
  5. else poweroff
  6. fi

Nun speichern Sie das Script ab (zum speichern Esc und dann :wq). Jetzt müssen Sie das Script noch ausführbar machen.

chmod +x poweroff.sh

Nun kann der Server nur noch heruntergefahren werden wenn keiner mehr auf dem System angemeldet ist. Sollte trotzdem der Powerbutton betätigt werden während noch jemand angemeldet ist wird dem root eine Mail zugeschickt, dass der Knopf betätigt wurde. Der Befehl kann aber auch einfach durch ein

exit 0

ersetzt werden, falls keine Mail erwünscht ist.

Ein kurzer Blick auf Mandriva 2011

Mandriva 2011 Desktop

Seit nun etwa einem Monat gibt es das neue Mandriva 2011. Grund genug, das ich es mir einmal anschauen sollte, besonders da Mandriva den KDE Desktop mit einigen Extras ausgestattet hat sowie RPM in der Version 5 nutzt.

Mitgeliefert wird unter anderem ein Kernel 2.6.38, KDE 4.6.5, Firefox 5.0.1, Thunderbird 5.0 sowie auch LibreOffice 3.4.2.

Der Installer von Mandriva gibt sich sehr spartanisch. Im großen und ganzen fragt er nicht mehr ab als die Sprache, Tastatur, Uhrzeit und die Festplattenpartitionierung. Dann startet auch schon die Installation dargestellt durch einen einen Fortschrittsbalken begleitet von Informationsgrafiken. Gefolgt wird dies von einer Bootloaderkonfiguration und dem obligatorischen Neustart. Insgesamt wirkt die Installation recht dröge und lässt nicht viel Spielraum, läuft aber ohne Probleme durch.

Installationsvorgang

Nach dem Neustart wird nur noch der Benutzername sowie root-Passwort abgefragt und schon landet man auf einem frischen KDE Desktop der von Mandriva in Sachen aussehen weitestgehen verändert wurde. Der Desktop sieht angenehm aufgeräumt aus und die Sortierung der Kontrollleiste ist Schlüssig. Der veränderte Starter von Mandriva leidet allerdings unter dem gleichen Problem wie Unity von Cononical, dass er absolut unaufgeräumt wirkt. Programme sucht man ziemlich lange da man durch eine komplette Liste gehen muss die nur durch Kategorien sortiert ist. Am interessantesten ist die Funktion TimeShift die sich im Startmenü befindet. Mit ihr lässt sich durch die Dokumente anhand des Änderungs oder Erstellungsdatums scrollen. Leider lässt sich mit den Icons in der Kontrollleiste immer nur ein Fenster öffnen. So kann man zum Beispiel nicht mehrere Fenster von Dolphin durch mehrmaliges klicken auf das Programmsymbol erzeugen.

Da ich das System bei mir nur in einer VBOX läuft, habe ich keine tiefergehenden Arbeiten am System durchgeführt. Allerdings war es mir unmöglich das System zu aktualisieren. Meine ersten Versuche schlugen alle fehl, da das Aktualisierungsmodul irgendewie eingefroren war. Letzendlich wollte mir Mandriva den halben KDE Desktop beim Update löschen wegen nicht auflösbaren Abhängigkeiten. Auch kommt mir die gesammte Paketverwaltung sehr träge vor. Ob das nun am neuen RPM5 oder an urpm liegt kann ich nicht sagen.

Letztendlich kann ich nach meinem kleinen Besuch in der Mandriva Welt die Distribution teilweise weiterempfehlen. Für Leute die ihren Rechner vorrangig nur für Standardaufgaben wie surfen, mailen, Texte schreiben und Musik hören nutzen kann ich Mandriva klar empfehlen. Hier hat Mandriva eine schöne einheitliche Oberfläche geschaffen die klar die Richtung vorgibt. Für alle anderen die mehr aus ihrem System herausholen möchten, habe ich da ehr gemsichte Gefühle. Für letztere Gruppe ist wahrscheinlich auch der Fork von Mandriva Magiea weitaus interessanter, zu finden unter http://www.mageia.org/de/. Diese Distribution wird komplett von einer Community gepflegt und entwickelt und wäre für mich wohl im Vergleich zu Mandriva die erste Wahl.