Ein kurzer Blick auf Mandriva 2011

Mandriva 2011 Desktop

Seit nun etwa einem Monat gibt es das neue Mandriva 2011. Grund genug, das ich es mir einmal anschauen sollte, besonders da Mandriva den KDE Desktop mit einigen Extras ausgestattet hat sowie RPM in der Version 5 nutzt.

Mitgeliefert wird unter anderem ein Kernel 2.6.38, KDE 4.6.5, Firefox 5.0.1, Thunderbird 5.0 sowie auch LibreOffice 3.4.2.

Der Installer von Mandriva gibt sich sehr spartanisch. Im großen und ganzen fragt er nicht mehr ab als die Sprache, Tastatur, Uhrzeit und die Festplattenpartitionierung. Dann startet auch schon die Installation dargestellt durch einen einen Fortschrittsbalken begleitet von Informationsgrafiken. Gefolgt wird dies von einer Bootloaderkonfiguration und dem obligatorischen Neustart. Insgesamt wirkt die Installation recht dröge und lässt nicht viel Spielraum, läuft aber ohne Probleme durch.

Installationsvorgang

Nach dem Neustart wird nur noch der Benutzername sowie root-Passwort abgefragt und schon landet man auf einem frischen KDE Desktop der von Mandriva in Sachen aussehen weitestgehen verändert wurde. Der Desktop sieht angenehm aufgeräumt aus und die Sortierung der Kontrollleiste ist Schlüssig. Der veränderte Starter von Mandriva leidet allerdings unter dem gleichen Problem wie Unity von Cononical, dass er absolut unaufgeräumt wirkt. Programme sucht man ziemlich lange da man durch eine komplette Liste gehen muss die nur durch Kategorien sortiert ist. Am interessantesten ist die Funktion TimeShift die sich im Startmenü befindet. Mit ihr lässt sich durch die Dokumente anhand des Änderungs oder Erstellungsdatums scrollen. Leider lässt sich mit den Icons in der Kontrollleiste immer nur ein Fenster öffnen. So kann man zum Beispiel nicht mehrere Fenster von Dolphin durch mehrmaliges klicken auf das Programmsymbol erzeugen.

Da ich das System bei mir nur in einer VBOX läuft, habe ich keine tiefergehenden Arbeiten am System durchgeführt. Allerdings war es mir unmöglich das System zu aktualisieren. Meine ersten Versuche schlugen alle fehl, da das Aktualisierungsmodul irgendewie eingefroren war. Letzendlich wollte mir Mandriva den halben KDE Desktop beim Update löschen wegen nicht auflösbaren Abhängigkeiten. Auch kommt mir die gesammte Paketverwaltung sehr träge vor. Ob das nun am neuen RPM5 oder an urpm liegt kann ich nicht sagen.

Letztendlich kann ich nach meinem kleinen Besuch in der Mandriva Welt die Distribution teilweise weiterempfehlen. Für Leute die ihren Rechner vorrangig nur für Standardaufgaben wie surfen, mailen, Texte schreiben und Musik hören nutzen kann ich Mandriva klar empfehlen. Hier hat Mandriva eine schöne einheitliche Oberfläche geschaffen die klar die Richtung vorgibt. Für alle anderen die mehr aus ihrem System herausholen möchten, habe ich da ehr gemsichte Gefühle. Für letztere Gruppe ist wahrscheinlich auch der Fork von Mandriva Magiea weitaus interessanter, zu finden unter http://www.mageia.org/de/. Diese Distribution wird komplett von einer Community gepflegt und entwickelt und wäre für mich wohl im Vergleich zu Mandriva die erste Wahl.

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