Scientific Linux – oder die Suche nach der Serverdistribution

Nachdem es ja wie bekanntlich Richtung Jahresende geht, habe ich mir zu Weihnachten eine Hardware-RAID-Karte von 3ware gegönnt, um genauer zu sein eine 3ware 9650SE-2LP. Auf dieser läuft nun die Systemplatte(n) im RAID1 Verbund. Die Platten mit den Daten lasse ich weiter einzeln laufen. Diese werden jede Woche einem mit rsync abgeglichen. Zeitkritische Daten liegen auf der Systempartition.

Da ich nun eh schon am Server dran war habe ich mir Gedanken gemacht inwieweit es sinnvoll ist openSUSE weiterhin auf dem Server zu betreiben. Nicht aus Gründen des Systems sondern aus der Sicht des Supportzeitraums. Spätestens Ende 2012 müsste ich mir Gedanken über in Upgrade auf die nächst höhere Version machen. Das dies meistens nicht klappt ist wohl bekannt (siehe Versionsprung auf 11.4 mit dem AppArmor Bug und SMB). Da ich allerdings auch kein Debian(derivat) verwenden wollte blieb im Endeffekt nur noch CentOS und Scientific Linux übrig. Ich habe mich dann letztendlich für Scientific entschieden, da dort die Updates schneller gepackt werden.

CentOS oder Scientific

Scientific Linux

CentOS und Scientific sind beides Nachbauten von RHEL. Da Red Hat die Quellpakete offen legen (muss), kann daraus eine Distribution gepackt werden die binärkompatibel mit RHEL ist. Und da RedHat seine Distribution 5 bzw. 7 Jahre mit Updates versorgt, können CentOS und Scientific die Updates einfach verpacken und ausliefern. Zwar habe ich kein Support durch RedHat, diesen werde ich aber bei mir Zuhause wohl kaum benötigen.

Scientific Linux

Wie schon erwähnt ich Scientific Linux ein Klon von RHEL. Gebaut wird die Distribution zum großen Teilen von CERN, Fermilab, ETH Zürich, und dem DESY. Diese haben sich zusammenschlossen um auf einer Basis eine eigene Distribution zu schaffen, damit nicht jede Institution ihre eigene Distribution pflegen muss. Mehr dazu findet sich auf der Wikiseite von Scientific Linux.

Servereinsatz

Auf dem Server macht sich Scientific gut, auch wenn ich manch praktische Dinge von openSUSE vermisse. Das Einrichten von rsync ist etwas aufwendiger. Das voreingestellte SELinux ist bisweilen (für mich) unbrauchbar. Weder rsync noch SMB ließen sich mit den voreingestellten SELinux Regeln benutzen. Auch nachdem ich die Regeln so geändert  habe das es laufen sollte, lies sich rsync immernoch nicht verwenden. Ich habe SELinux dann einfach vom System genommen. An der Stelle finde ich AppArmor bei weitem einfacher zu konfigurieren und warten.

Desktopeinsatz

Scientific Linux Screenshot

Auf dem Desktop kann ich Scientifc Linux zum Teil empfehlen. Es kommt darauf an was machen möchte. Das KDE liegt in Version 4.3 vor. Neuere Versionen müsste man sich selber kompilieren und aktualisieren. Das Gnome liegt in Version 2.28 vor und macht einen stabilen Eindruck. Für Arbeitsplatzrechner oder für einfache Arbeiten ist der Desktop völlig in Ordnung. Wer allerdings „bleeding edge“-Software haben möchte sollte dann doch lieber zu einer schneller veröffentlichenden Distribution wie openSUSE oder Fedora wechseln. Ansonsten bekommt man ein stabiles System, das für die normalen Office und Internetanwendungen völlig ausreichend ist. Sollte man Scientific für den Desktop verwenden und hat nicht mehr als 4 GB RAM empfehle ich die 32bit Version, da es dort mehr Pakete für gibt die man sich sonst extra raussuchen muss. CentOS und RHEL Paketquellen können eigentlich ganz normal benutzt werden da alle Distributionen zueinander kompatibel sind.

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