Archiv für den Monat: Januar 2012

Igel Thinclient – Zwischenbericht

Igel Winestra – aktueller Stand

Nachdem ich nun in der letzen Woche mal mehr – mal weniger am Gerät rumgespielt habe ein paar Infos von mir wie es um das Gerät steht. Wer noch nicht weiß worum es geht sollte erst diesen Artikel von mir lesen.

Die gute Nachricht ist, dass der IGEL noch funktioniert, die schlechte, dass nicht alles so funktioniert wie ich es erhofft habe. Aber mehr dazu im folgenden Artikel:

PCI-Steckplatz

Der PCI Steckplatz ist von den Maßen her sehr knapp bemessen. Eine USB-PCI-Karte hat nur mit viel gefummel und dem kompletten auseinanderschrauben der Karte sowie des Einbaurahmens gerade so hinein gepasst. Einen Gigabit Netzwerkkarte wollte garnicht hineinpassen. Der PCI Slot ist wohl dafür optimiert den nicht vorhanden Kartenleser aufzunehmen.

Internes USB

Der interne USB-Anschluss hat nach dem Anschluss eines USB-PCI-Brackets für die PCI Blende angefangen interessante Gerüche abzusondern. Scheinbar sind die Stifte nicht wie sonst angeschlossen. Leider habe ich im Netz nichts gefunden wie die Stiftleiste richtig belegt werden. Der USB Controller hat den Kurzschluss zum Glück ohne Probleme überlebt.

RAM nachrüsten

Der RAM-Einschub unterstützt nur Singe-Side-RAM Module. Ein 1GB-Double-Side-Riegel wurde nur mit 512 MB erkannt aber funktionierte. Ein anderer Riegel wurde vom BIOS nicht unterstützt und dieses quietierte dies mit einem Dauerpiepen.

Betriebssystem

GNUstep auf dem IGEL Winestra

Der VIA C7 Prozessor ist nett gesagt sehr langsam. Damit ich ein halbwegs komplettes System installieren kann, habe ich die Flashkarte durch ein 8GB Modell aufgerüstet. Ein openSUSE mit GNUstep startet zwar relativ schnell. Leider gibt es aber kaum Pakete für GNUstep im Build Service, so dass ich im Nachhinein ein minimales Debian installiert habe, welches auch halbwegs flott arbeitet. Leider lässt sich der BeOS Nachbau Haiku nicht dazu bewegen mit dem Thinclient zu arbeiten. Es stürzt schon beim booten ab. Schade eigentlich, da bei Haiku die Oberfläche im Kernelmode läuft und so eventuell noch was Leistung rauszuholen gewesen wäre.

Update: Da GNUstep zwar ganz nett ist, aber letztendlich an der Bedienung scheitert habe ich ein LXDE installiert. Dies ist genauso schnell und verbraucht in etwa genauso wenig RAM wie GNUstep.

Spielereien

Da der TMDS Chip etwas warm wird habe ich einen passiven aufklebbaren Kühlkörper darauf geklebt. Dies ist eigentlich unnötig. Ich hatte nur noch Kühlkörper übrig.

Was noch ansteht ist die Netzwerk-LED. Dafür werde ich wohl noch ein Loch in die Abdeckung bohren. Mal sehen was sich sonst noch damit anfangen lässt. Zurzeit arbeitet die Kiste als aufgebohrter Terminal Emulator im Neusser Hackerspace.

Update 2: Arch Linux läuft unter dem Winestra auch sehr performant und so arbeitet eine Kiste nun bei meiner Mutter als Backup Server. Mit rsyncd, sshd und webmin kommt alles auf ~30 MB RAM. Auch wenn der VIA C7 beim rsync schon arg ins Schwitzen kommt. ;) Der Winestra kann übrigens auch vom Netwerk booten. Im Hackerspace benutzen wir die auch um vom Server ein Arch Linux zu booten.

Interessante Links zum Thema:

25 Euro PC oder Thinclient für Nerds

Igel 4210 LX Winestra

Nachdem ich schon länger damit geliebäugelt habe mit einen Thinclient anzuschaffen (ehr aus der Hinsicht das die Thinclients bei der Bucht günstig zu bekommen sind und man damit rumbasteln kann) habe ich mir ein Igel 4210 LX Winestra gekauft. Das System selber ist ausgestattet mit einem 1Ghz VIA Prozessor, 256MB DDR2 RAM und einer 128 MB Compact Flash Karte als Datenspeicher. Da das System also etwas schwachbrüstig ist muss man hier schon einiges bei der Distributionswahl beachten. Es sei denn man bootet von Netwerk oder bastelt sich etwas zurecht.

Man hat nun die Wahl das Gerät aufzurüsten was ohne weiteres geht. So lässt sich das RAM auf bis zu 1 GB erweitern und die Compact Flash Karte austauschen. Hier ist allerdings auf Kompatibilität zu achten. Auch ein normaler IDE Anschluss ist am Mainboard verbaut. Allerdings muss man dann schauen wie man das Laufwerk mit Strom versorgt. Dies ist nur von einer externen Stromversorgung möglich. Praktischerweise sind Pins für USB intern vorhanden sowie ein aufgelöteter Temperaturmesser. Dazu ist eine PCI Schnittstelle verbaut, so das sich eine Erweiterungskarte einbauen lässt. Die CPU ist passiv gekühlt und somit ist das gesammte Gerät geräuschlos. An der Frontblende sind Anschlüsse für eine LED vorhanden die die Netzwerkaktivität anzeigt. Diese muss allerdings aufgelötet werden.

Hardware

Igel Mainboard

Folgend ein paar Informationen über die verbaute Hardware. Eingebaut ist wie erwähnt ein  VIA C7 Prozessor mit 1 GHz (128KB Cache, MMX, SSE, SSE2). Die Grafikkarte Der TMDS Chip ist ein Silicon Image SIL 164CTG64. Der Ethernetcontroller, sowie Audio sind im Southbridge untergebracht. Dabei handelt es sich um ein VIA VT8235. Der Verbrauch des Systems soll bei Auslastung um die 20 Watt liegen.

Grün = IDE Stiftleiste, Rot = USB Stiftleiste, Blau = Temperatursensor, Orange = PCI Slot

Linuxdistributionen

SliTaz Linux

Als Linuxdistribution fallen die großen Majordistributionen wie openSUSE, ubuntu oder fedora etc. leider aus, da sich diese nur mit sehr viel Aufwand auf 128 MB Speicher mit grafischer Oberfläche installieren lassen. Aus diesem Grunde habe ich mich für SliTaz Linux entschieden, welches bei der Standardinstallation knapp 110 MB benötigt so das noch etwas Luft vorhanden ist. Durch entfernen von ein paar Pakete kann man sogar noch etwas herausholen.

Hacken

Da ich das Gerät erst seit ein paar Tagen besitze werde ich wohl noch etwas damit rumbasteln. Da das Gerät einen internen USB Anschluss hat werde ich eine alte USB Blende benutzen um diese an die USB Steckleiste anzuschließen und daran einen USB-Stick. Das Kernel wird dann auf die Compact Flash Karte geschrieben (wegen Treiber) und die restlichen Daten auf den USB Stick. Dies ist eine wesentlich kostengünstigere Methode, als eine neue große Compact Flash Karte zu kaufen. Das RAM werde ich noch auf 1 GB mit einem alten Arbeitsspeicherriegel erweitern. So sollte sich auch eine normale Distribution aufspielen lassen. Falls noch Platz bleibt könnte man noch eine TV Karte oder zusätzliche Netzwerkkarte einbauen. Mehr dazu werde ich hier später noch schreiben.

Interessante Links zum Thema

YouTube Video über das System > http://www.youtube.com/watch?v=v1LlTvM2r_E

ownCloud auf CentOS, RHEL oder SL installieren

Nachdem ich bereits einen Artikel für openSUSE geschrieben habe, hier noch eine ausführliche Anleitung für die Installation unter CentOS, RHEL sowie Scientific Linux. Die Installation unter openSUSE ist im übrigen wesentlich einfacher. Für diejenigen die noch nicht wissen was ownCloud ist verweise ich auf den Artikel der Wikipedia zu finden unter http://de.wikipedia.org/wiki/OwnCloud. Die Anleitung unten müssen Sie einfach durcharbeiten.

Alle Befehle werden als root ausgeführt.

Zuerst müssen wir einige Pakete nachinstallieren (falls noch nicht installiert).

yum install httpd mod_perl php-mbstring perl-string-Multibyte php php-mysql

Abhängigkeiten werden automatisch aufgelöst. Nach der Installation wechseln wir mit

cd /var/www/html

in das Webverzeichnis vom apache. Laden Sie mit

wget http://owncloud.org/releases/owncloud-2.0.1.tar.bz2

die aktuelle Release herunter. Der Link oben war zum Zeitpunkt des Artikels aktuell. Nach dem Herunterladen entpacken Sie das Verzeichnis mit

tar xvjf owncloud-2.0.1.tar.bz2

Dann ändern Sie mit

chown -R apache:apache /var/www/html

den Verzeichnisbesitzer sowie mit

chmod 0770 /var/www/html/owncloud/data

die Schreibrechte des späteren Datenverzeichnisses von ownCloud.

Nun müssen wir den apache noch so Konfigurieren, dass die gespeicherten Dateien nicht direkt herunterladbar sind. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei mit

vi /etc/httpd/conf/httpd.conf

und ändern Sie die unten stehende Optionen wie folgt ab (Sie müssen die Taste i drücken um in den Einfügemodus zu gelangen; speichern mit ESC :wq):

<Directory "/var/www/html">
Options None
AllowOverride None
Order allow,deny
Allow from all
</Directory>

und fügen Sie am Ende der Datei noch folgendes ein:

<Directory "/var/www/http/owncloud/">
AllowOverride All
Order allow,deny
allow from all
</Directory>

Damit Dateien über 2 MB hochgeladen werden können müssen wir die php.ini noch bearbeiten. Mit dem Befehl:

vi /etc/php.ini

Öffnen Sie die Datei und ändern unten stehende Werte wie folgt ab:

upload_max_filesize=8MB
upload_max_size=8MB

Nun müssen Sie noch mit

system-config-firewall-tui

die Firewall einrichten und Port 80 freigeben. Klicken Sie auf Anpassen und wählen Sie den Punkt WWW (HTTP) aus (weiter unten in der Liste). Dann auf Schließen > OK > Ja.

Nun können Sie ownCloud mit

service httpd start

starten. Erreichbar ist es unter

IP.des.Servers/owncloud.

Tipp: Im Ordner /var/www/htmlliegt noch die owncloud tar.gz Datei. Diese können Sie nun löschen.

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