Chromebook zum selberbauen

Aus interesse habe ich mal das aktuelle ChromeOS auf meinem alten Netbook installiert. Offiziell gibt es allerdings keine Images von Google. Dafür gibt es einen findigen Hacker, der kompilierte ChromiumOS Images zur Verfügung stellt. Zu finden unter http://chromeos.hexxeh.net/. Dort werden zwei Varianten angeboten. Die Vanilla Version sowie die Lime Version. Letztere enthält zu dem Standardsystem noch zusätzliche Treiber.

Installation

Laden Sie das (aktuelle) Image herunter und schreiben Sie es auf einen USB Stick. Starten Sie von dort aus das ChromiumOS zu gehen Sie da Setup durch bis Sie auf dem Desktop landen. Dort tippen Sie gleichzeitig:

Strg+Alt+T

Nun öffnet sich ein Terminal. Hier geben Sie

shell

ein. Gefolgt von

install

Das Passwort lautet

facepunch

Die Installation dauert etwa 5 Minuten und löscht alles auf der Festplatte.

Danach schalten Sie den Laptop aus und ziehen den USB-Stick. Beim ersten Start dauert es etwa 1 bis 2 Minuten bis das System geladen ist. Hier müssen Sie das Setup nochmal neu durchgehen. Die nächsten Starts dauern etwa 20 Sekunden bei einer normalen Festplatte und Atomprozessor. Hardwareseitig funktioniert alles auf meinem Lenovo S10-3. Nur das Touchpad reagiert etwas hakelig. Ob das am Touchpad liegt oder am System kann ich nicht sagen.

Arbeiten mit dem System

Ansich lässt sich mit dem System recht flott arbeiten. Allerdings muss man sich damit abfinden das das ganzes OS ein reines Netzwerksystem ist. Ohne Internet geht nicht viel damit. Alles baut sich im Endeffekt um den Browser auf. Auch ist das gesammte System mit seinem Google Account verknüpft. Schon das Benutzerkonto lässt sich nicht ohne Google Account erstellen. Zudem kommt dazu, dass in der Standardeinstellung sogar die Passwörter vom Browser (verschlüsselt) auf die Googleserver gespeichert werden. Dies lässt sich zwar alles ausstellen, aber der bittere Beigeschmack bleibt trotzdem.

Fazit

Ein schnelles System, das einfach ist mit einer super Verdrahtung zu den Googe Diensten. Allerdings muss man noch dazu erwähnen das sich ChromeOS noch in der Entwicklung befindet und es sich in der Hinsicht noch viel tuen wird. An manchen Ecken wirkt das System noch etwas unfertig und inkonsistent von der Bedienung. Was die Privatsphäre angeht, muss dies wohl jeder für sich selber entscheiden. Man muss Google allerdings zugestehen, das man die Einstellungen sehr fein vornehmen kann.

Lenovo X121e mit openSUSE

Da mir mein IdeaPad, wohl auch wegen dem Atom Prozessor, zu langsam war habe ich mir statt ein Netbook ein neues Subnotebook zugelegt. Meine Auswahl viel dabei auf das Lenovo X121e mit AMD Fusion APU Prozessor. Zwar gab es auch andere Modelle mit Intel i3 oder i5 Prozessoren. Allerdings waren diese weitaus teurer und ich wollte den mobilen AMD Prozessoren auch einmal eine Chance geben. Somit hat mich das Gerät (dank AMDs Preispolitik)  mit 8 GB Ram gerade einmal ~380 Euro gekostet.

Hardware

Lenovo X121e Frontansicht

Der AMD E-350 Prozessor ist ein Dual Core Chip welcher mit 1,6 GHz getaktet. Im Prozessor eingebaut ist eine Radeon HD6310 Grafikkarte. Das Display mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Pixel ist matt, was für mich auch ein Grund war dieses Gerät zu kaufen, da viele Hersteller bei dieser Preis / Notebookklasse ehr zu spiegelnden Displays und Klavierlackoptik greifen.

Das X121e ist im bekannten biederen ThinkPad Design gehalten. Der Deckel wurde aus kratzresistenten Kunststoff gefertigt. Die Schaniere der Bildschirmaufhhängung sind zwar nicht aus Metall, halten das Display aber trotzdem stramm in der Position. Die Tastatur ist keine ThinkPad Tastatur, aber trotzdem nicht zu beanstanden. Die größe der Tasten ist optimal. Leider weiss dafür das TouchPad nicht zu überzeugen. Die Tasten sind wie beim IdeaPad S10-3 in das Pad eingelassen. Dadurch verzieht man die Maus immerwieder beim klicken. Auch scheint das TouchPad nicht so genau zu sein wie es eigentlich sein sollte. Zum Glück ist wie bei jedem ThinkPad ein TrackPoint dabei. Da ich eh ehr ein TrackPointbenutzer bin fällt dies für mich nicht so schwerwiegend auf. Eigentlich hätte man das TouchPad auch weglassen können.

Software

Lenovo x121e geöffnet

Das Gerät war ohne Betriebssystem als ich es gekauft habe, was aber kein Problem darstellt, da ich ja eh openSUSE darauf installieren wollte. Die Installation verlief ohne Probleme, allerdings gibt es nach der Installation ein Problem. Das X121e hat eine Netzwerkkarte von Attansic Technology und Realtec. Diese werden vom openSUSE 11.4 mitgelieferten Kernel nicht unterstützt. So saß ich erstmal vor einem Laptop ohne Anbindung ans Internet. Also habe ich das neue 3er Kernel aus dem Repositorys von Hand auf einen USB Stick gezogen und dann auf dem Notebook installiert. Nach einem neustart und funktionierenden Netzwerkschnittstellen konnte ich alle wichtigen Repositories hinzufügen und auch den AMD Treiber für die Grafikkarte installieren, da der mitgelieferter Treiber leider nicht genug Performance bietet. Den AMD Treiber laden Sie sich einfach von der AMD Webseite herunter und führen dann folgenden Befehl in dem Ordner aus wo sich die Datei befindet:

sh ./ati-driver-installer* --buildpkg SuSE/SUSE-autodetection

und folgen dann den Anweisungen. Bitte haben Sie dabei etwas Geduld.

Benutzung im Alltag

Das ThinkPad schlägt sich im Alltag im großen und ganzen sehr gut. Besonders da es sich um keinen Atom-Prozessor handelt gibt es keine künstlichen Beschränkungen der Hardware. So macht das hochauflösende Display und die 8 GB Ram schon etwas her. Die Grafikkarte hat genug Leistung um auch Minecraft oder Nexuiz flüssig zu spielen. Insgesamt reicht die Leistung des Subnotebooks um ohne Unterbrechung damit zu arbeiten. Der Akku reicht bei laufendem KDE mit Akonadi und Desktopeffekten etwa 4 bis 5 Stunden bei normalen Arbeiten mit W-LAN und ausgeschalteten Bluetooth.

Leider gibt es auch einen Minuspunkt den ich vergeben muss. Das W-LAN Modul des Notebooks ist leider nicht so Empfangsstark wie bei meinem großen Thinkpad. Da mein Arbeitszimmer auf der anderen Seite der Wohnung liegt wo sich der W-LAN Sender befindet bricht beim ThinkPad die Verbindung immer wieder ab.

Fazit

Für das Geld bekommt man ein solides Subnotebook mit guter Akkulaufzeit und genug Leistung für flüssiges Arbeiten im Alltag. Da das Gerät auch UMTS-Ready ist lässt sich auch ein UMTS Modul nachrüsten, womit auch den mobilen Nutzern genüge getan ist. Das UMTS-Modul ist das gleiche welches ich auch in das ThinkPad L520 eingebaut habe.

Interessante Links zum Thema

Odyssee mit UMTS Karte Ericsson F5521gw

Eingebaute UMTS-Karte

Da mein Notebook (Lenovo ThinkPad L520 und X121e) noch einen MiniPCI Express Slot frei hatte und auch SIM-Kartenleser wie auch Antennen vorhanden sind, habe ich mir, damit ich auch unterwegs surfen kann, eine UMTS Karte angeschafft. Dabei habe ich genau diejenige von Lenovo empfohlene UMTS-Karte mit Ericsson F5521gw Chipsatz genommen. Die Einrichtung war allerdings etwas hackelig.

Zwar wird die Karte vom System erkannt. Allerdings kann sich weder wvdial noch KNetworkmanager mit der Karte verbinden. Dies ist auch in einem Bug schon bekannt (https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=705219) und ein Testpatch ist auch verfügbar, welches bei mir allerdings nicht geholfen hat.

Um den Karte auf openSUSE 11.4 zum laufen zu bekommen musste ich den ModemManager aus dem Factory installieren zu finden unter: http://software.opensuse.org/search?q=modemmanager&baseproject=openSUSE%3AFactory&lang=de&exclude_debug=true

Laden Sie sich das entsprechende RPM Paket (mit der höchsten Versionsnummer; meist ganz oben) herunter und installieren Sie es mit dem Befehl:

sudo rpm -i --nodeps --force Dateiname

Nun müssen Sie noch das KNetwormanager Plasmoid auf die Unstable Variante im KDE Playground Repo wechseln. Ob dies auch mit einem Standard KDE funktioniert weiss ich allerdings nicht, da ich schon das KDE aus dem 4.7 Repository benutze. Das Paket finden Sie in: http://download.opensuse.org/repositories/KDE:/Unstable:/Playground/KDE_Release_47_openSUSE_11.4/

Nach der Installation starten Sie den Rechner neu. Nun sollte die Karte ohne Probleme funktionieren.

ThinkPad Tastatur für den PC

ThinkPad USB Tastatur

Die in ThinkPads eingebauten Tastaturen haben den Ruf, dass sie die besten in Notebooks verbauten Tastaturen sind. Viele Nutzer wünschten sich diese Tastatur (wohl auch aus Gewohnheit) für Ihren normalen PC. Aus diesem Grund hat Lenovo eine ThinkPad Tastatur herausgebracht die sich per USB an den Rechner oder Laptop anschließen kann. Im Grunde sieht sie aus wie eine Notebooktastatur  – nur ohne Notebook.

Bei der Entwicklung ist man zusätzlich auf Kundenwünsche eingegangen. Dazu wurde online eine Umfrage gestartet welche Features die Tastatur haben sollte. Bei der Auswertung der Umfrage sind mehrere Wünsche der Kunden aufgenommen und umgesetzt worden. So hat man eine extra große Escape und Entfernentaste angebracht. Auf das Touchpad wurde verzichtet, dafür ist der TrackPoint wie bei den ThinkPads dabei. Auch der Nummernblock hat man aus Kostengründen weggelassen.

Die Tastatur hat zwei Füße die sich ausklappen lassen um die Tastatur im hinteren Teil etwas anzuheben. Das Tippgefühl ist sehr angenehm und direkt. Nur die rechte Pfeiltaste klappert bei meinem Exemplar recht laut, da die Taste an den Rand der Tastatur kommt. Wie von den ThinkPads schon bekannt ist die Tastatur Spritzwassergeschützt und besitzt unten zwei Abläufe für Flüssigkeiten. Lenovo gibt auf die Tastatur 3 Jahre Garantie.

In der Praxis

Unter openSUSE und KDE verhält sich die Tastatur recht unauffällig. Störend ist nur der automatisch eingeschaltete Nummernblock. Dies ist zum Beispiel beim einloggen in KDM ärgerlich, da der rechte Teil des Buchenstabenblocks dann mit Zahlen belegt ist. Dies lässt sich natürlich jedesmal mit einem Tastendruck wieder umstellen ist aber auf dauer störend. Leider ist hier auch keine LED angebracht die dies anzeigt. Um den Zahlenblock beim booten zu deaktiveren starten Sie in YaST den Editor für /etc/sysconfig. Dort suchen Sie nach dem Optionswert 

KBD_NUMLOCK

und setzen diesen auf

no

. Sollte eventuell nach dem anmelden der Nummernblock wieder aktiviert sein, liegt dies an KDE. Um dies zu deaktiveren starten Sie die Systemeinstellungen und gehen dort auf Eingabegeräte > Tastatur. Hier wählen Sie bei Zahlenblock beim KDE-Start den Punkt Ausschalten aus und bestätigen die Änderung mit einem Klick auf Anwenden.

Da der ThinkVantage Knopf keine Funktion an einem normalen PC hat kann man Ihn in KDE neu belegen. Ich habe Ihn praktischerweise mit dem KRunner (Alt + F2) belegt, womit ich schnell Dateien, Webseite und Programme öffnen kann.

Nützliche Links zum Thema

WLAN Problem beim Lenovo S10-3 mit openSUSE

Da ich ja wie bekannt Probleme mit dem WLAN beim Lenovo S10-3 unter openSUSE 11.3 habe, bin ich nun zu einer etwas ungewöhnlichen Lösung gekommen.

Und zwar besitzt das Lenovo S10 einen Bug im BIOS, dass wenn softwareseitig sowie an der Hardwaretaste das WLAN/Bluetooth ausgeschaltet wird, sich dieses nicht mehr aktivieren lässt da die Einstellung im BIOS Ram gespeichert bleibt. Es gibt in diesem Fall nur 2 Möglichkeiten. Die eine ist Windows  zu starten oder zu installieren und von Windows aus die Einstellung per Hotkey zurückzunehmen (komischerweise soll es von dort aus gehen) oder die Hardwarebaterie vom BIOS für ein paar Minuten abzustecken. Ich habe mich hier für die letzere Variante entschieden. Wie genau dies zu machen ist wurde in der Bugdatenbank von ubuntu sehr gut beschrieben. Zu finden hier:

https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/linux/+bug/577114/comments/31

Die Anleitung ist auf englisch sollte aber für jedem Verständlich sein. Bitte beachten Sie das dabei eventuell die Garantie für das Gerät erlischt. Natürlich übernehme ich keine Haftung dafür was Sie mit Ihrem Gerät machen. Sie benötigen für den Umbau kleine Schraubendreher eine feine Pinzette und Geduld. Das ganze dauerte bei mir ca. 2 Stunden.

Nach dem Umbau musste ich leider openSUSE neu installieren, da sich das System nur noch mit Errors durch den Bootvorgang geschlagen hat. Ich vermute mal das die Batterie daran Schuld war.

Lenovo S10-3 mit openSUSE

Lenovo IdeaPad S10-3

Da ein Netbook eine feine Sache ist habe ich mich auch dazu entschieden mir eines zu kaufen. Die Wahl viel dabei auf das Lenovo IdeaPad S10-3 welches Standardmäßig mit einem Windows 7 Starter und einem Linuxsystem namens Splashtop ausgestattet ist. Letzteres kann in ein paar Sekunden booten und erlaubt es Mails abzurufen und etwas zu surfen. Ein Minisystem um schnell ein paar Dinge zu erledigen um nicht das richtige System laden zu müssen. Nur Schade das jenes sich so garnicht mit meinem W-LAN verbinden wollte. Das Linuxsystem liegt leider auf der Festplatte und ist nach meiner openSUSE Installation auch nicht mehr vorhanden.

Im Netbook arbeitet ein ATOM Prozessor N450 mit 1,66 GHz, 1024 RAM und eine 250 GB Festplatte. Der Bildschirm ist spiegelnd.  Das Netbook macht von der Verarbeitung einen guten Eindruck. Besonders die Tastatur weiss zu gefallen, was auch ein Hauptgrund war dieses Netbook zu kaufen. Das einzige Problem an dem Netbook ist der WLAN/LAN Chipsatz. Dieser wird erst am Kernel 2.6.33 unterstützt. Somit scheidet openSUSE 11.2 mit seinem Kernel 2.6.31 leider aus. Deshalb habe ich mich dafür entschieden openSUSE 11.3 RC2 zu installieren. Dazu habe ich ein externes Laufwerk benutzt welches auch sofort unterstützt wurde. Inzwichen haben ich per zypper dup auch auf die Stable gewechselt.

Eine störende Kleinigkeit bleibt beim WLAN. Der Networkmanager braucht nach dem Hochfahren immer ca. 2-3 Minuten um das WLAN zu starten. Deshalb nicht wundern wenn am Anfang keinerlei Netzwerkeinstellungen vorgenommen werden können. Sollte jemand eine Lösung dazu haben, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen. Ansonsten kann ich nur eine klare Kaufempfehlung abgeben.
Update: Das WLAN Problem hat sich nach einer Neuinstallation der Stable Release von openSUSE 11.3 erledigt. Problematisch bleibt weiterhin der WLAN Schalter. Mehr dazu in folgenden Blogartikel von mir: WLAN Problem beim Lenovo S10-3 mit openSUSE.

PS: Da viele Suchanfragen kommen, die fragen wo sich der WLAN Schalter befindet: Der WLAN-Schalter befindet sich auf der linken Seite des Laptops an der Seite im vorderen Bereich.

Weitere Infos zum Netbook und dem WLAN Treiber:

http://www.linlap.com/wiki/lenovo+ideapad+s10-3

http://wireless.kernel.org/en/users/Drivers/b43

http://bcm43xx.berlios.de/