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Quimup – ein QT MPD Client

Quimup Screenshot

Ein MPD (Music Player Deamon) ist in mehreren Fällen recht praktisch. So kann man seine Musik vom Homeserver aus abspielen und per Client steuern. Wie ich schon im vorherigen Artikel beschrieben habe wie man einen MPD Daemon einrichtet stelle ich in diesem Artikel den MPD Client Quimup vor. Dieser ist eine QT Applikation und fügt sich so auch recht Geschmackvoll in KDE ein. Beim Start legt Quimup ein Icon im Systemabschnitt an worüber es sich auch mit der dritten Maustaste steuern lässt.

Das Programm selber startet sehr spartanisch. Ausser ein paar Kontrollknöpfen und einer Anzeige ist nicht viel zu sehen. Durch den rechten Knopf mit dem Blitzsymbol gelangen Sie in die Einstellungen (wo sich auch mehrere Servereinträge verwalten lassen). Die Einstellungen erstrecken sich von der Verbindung zum MPD bis zum Erscheinungsbild des Programmes. Quimup bietet zudem die Möglichkeit den MPD Daemon direkt beim Programmstart mitzustarten. Dies hat unter anderem den Grund das sich Quimup das Ziel gesetzt hat, den MPD zu einem vollwertigen Desktop-Audioplayer zu machen.

Der Button neben dem Vorwärtsbutton öffnet die Bibliothek. Diese ist sehr aufgeräumt gestaltet und lässt kaum Wünsche offen. Besonders das öffnen von Radiostreams finde ich gut gelungen.  Allerdings wäre eine Streamverwaltung noch recht nett gewesen.

Die offizielle Seite von Quimup finden Sie unter http://www.coonsden.com/. Das Programm steht unter GPL2 Lizenz und ist nur auf Englisch verfügbar. Der Quellcode ist unter http://sourceforge.net/projects/musicpd/files/Quimup/ gehostet.

Anmerken möchte ich dass Quimup 1.2.0 mit der aktuell in Packman Repository liegenden MPD Version 0.16.2 nicht funktioniert. Ob es am Daemon oder Client liegt kann ich nicht sagen. Auf anderen Maschinen verbindet sich der Client ohne Probleme.

Quimup findet man für openSUSE auch in den Packman Repositorys unter: http://packman.links2linux.de/package/Quimup

Music Player Daemon unter openSUSE einrichten

Sie kennen das sicher: Sie geben eine Party und lassen natürlich auch Musik laufen, möchten aber nicht jedesmal zum Rechner / Laptop gehen um ein anderes Lied abzuspielen oder die Lautstärke zu ändern In einem anderen Beispiel haben Sie einen Homeserver über den Sie Musik abspielen möchten ohne extra einen PC oder Laptop anschalten zu müssen. Dies alles ist mit dem Music Player Daemon auch MPD genannt möglich. Im Endeffekt handelt es sich dabei um einen Musikplayer der als Hintergrunddienst läuft. Ansteuern lässt er sich nur über das Netzwerk. Dazu gibt es mehrere Clients ob für das Terminal, KDE, Gnome oder Android. Über diese Clients lässt sich der Daemon steuern.

Abspielen kann der MPD fast jedes Dateiformat soweit die entsprechenden Pakete installiert sind. Alle nötigen Pakete erhalten sie aus dem Packman-Repository, zu finden unter http://packman.links2linux.de/ oder unter YaST > Software-Repositories > Hinzufügen > Community/Gemeinschafts-Repositorys.

MPD installieren

Starten Sie zuerst ein Terminal und machen Sie sich mittels

su -

zum root. Dann installieren Sie den MPD mit dem Befehl

zypper in mpd ffmpeg

MPD konfigurieren

Nach der Installation müssen wir die Konfigurationsdatei noch anpassen. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei mit dem Befehl

vi /etc/mpd.conf

Den Eintrag music_directory ändern Sie folgendermaßen ab (mit der Taste i kommen Sie in den Eingabemodus)

music_directory "/var/lib/mpd/"

Den Eintrag password ändern Sie folgendermaßen ab (am Anfang der Zeile das # entfernen)

password "hiereinpasswort@read,add,control,admin"

Das

hiereinpasswort

ändern Sie nach belieben ab, was Sie als Passwort haben möchten. So können später nur Sie mit dem Passwort auf dem mpd zugreifen. Speichern Sie die Änderungen nun mit Esc und dann

:wq

ab.

Datei und Gruppenrechte zuweisen

Nun ist der MPD im wesentlichen Einsatzbereit. Zu beachten ist allerdings das der MPD aus Sicherheitsgründen als Systembenutzer mpd in der Gruppe audio ausgeführt wird. Das heisst, dass er keinen Zugriff auf Ihre Musiksammlung hat die in der Regel der Gruppe users gehört. Kopieren Sie die Musikdateien in den Ordner

/var/lib/mpd/

da wir diesen Ordner als Musikquelle angegeben haben. Um die ganze Sache konfortabler zu machen können Sie Ihren Benutzer auch der Gruppe audio zuweisen. Dies machen Sie unter YaST > Benutzer und Gruppenverwaltung > Benutzer auswählen > Bearbeiten > Details > Zusätzliche Gruppe „audio“ auswählen und bestätigen.

So können Sie die Musikdateien nun einfach in den MPD-Ordner hineinkopieren. Denken Sie daran das die Dateien mit dem Befehl

chgrp audio Dateien

der Gruppe audio zugewiesen werden müssen, ansonsten kann der MPD (der ja als Benutzer mpd läuft) nicht auf die Dateien zugreifen. Alternativ können Sie auch Ihr Musikverzeichnis per Softlink in das Verzeichnis einhängen. Beachten Sie das dabei das alle Dateien und Ordner auch die Gruppe wechseln müssen oder die Rechte angepasst werden müssen. Wenn Sie die Daten auf einen Server kopieren möchten, können Sie auch einen FTP Server einrichten und So die Daten hochladen.

Firewall einstellen

Nun müssen Sie noch in der SuSE Firewall den Port 6600 freigeben. Über diesen wird der MPD angesteuert. Den Port geben Sie in dem Firewall Modul von YaST frei. Unter Erlaubte Dienste > Erweitert geben Sie bei den TCP Ports den Wert

6600

ein und bestätigen alles mit OK.

MPD starten

Nun können Sie den MPD mit dem Befehl

rcmpd start

starten. Mit dem Befehl

tail -F /var/log/messages

können Sie verfolgen was der MPD an Meldungen ausgibt.

Starten Sie nun einen MPD Client wie Quimup oder Gimmix und verbinden Sie sich mit dem Daemon. Sie müssen nun die Bibliothek einmal aktualisieren (und jedesmam wenn neue Dateien dazugekommen sind). Der Button dazu heisst in den meisten Fällen Sammlung aktualisieren oder Update.

AnmerkungEN

Wenn der Music Player Daemon auch beim hochfahren mitgestartet werden soll können Sie Ihn unter YaST > Systemdienste (Runlevel) im Modus Expertenmods auswählen und den Runleveln 3 und 5 zuweisen. Mit OK bestätigen Sie die Änderungen.

Um auf den MPD zu streamen muss zusätzlich der Port 8000 geöffnet werden.

Läuft der MPD in dieser Konfiguration belegt der das Sounddevice so das andere Programme keinen Sound ausgeben können. Abhilfe schafft hier Pulseaudio welches in openSUSE 11.4 allerdings noch Probleme macht. Mehr dazu finden Sie unter http://mpd.wikia.com/wiki/PulseAudio.