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Mit dem Igel auf die Jagd

Der Aufbau mit Igel und Webcam

Letzte Woche erwähnten meine Großeltern dass sie Nachts immer geweckt würden, weil irgendetwas auf dem Dachspeicher herumläuft. Da das Aufstellen von Lebendfallen leider nichts brachte, aber auf dem von meiner Großmutter verstreuten Mehl trotzdem Spuren zu finden waren, vermutete man einen Marder oder ähnliches auf dem Dachspeicher.

Nebenbei erwähnte ich das man ja eine Kamera aufstellen könnte um mal zu schauen ob diese etwas aufnimmt und ich da ja was für hätte.

Meine Großmutter war von der Idee total begeistert  so dass ich ein paar Tage später den Igel Winestra ThinClient mit einer USB-Webcam auf den Dachspeicher aufbaute. Da die Spuren auf einer von mehreren gepuderten Mehlstelle jeden Tag neu waren, stellten wir den Igel mit Kamera darauf gerichtet auf. Da der Igel keinerlei Lüfter hat und nur ein blaues Licht, welches ich mit schwarzen Isolierband abgeklebt habe, hofften wir das uns was in die Kamera läuft.

Tag 1

Auf dem Mehl waren zwar wieder neue Spuren, allerdings wurden keine Fotos gemacht. Ich vermutete das es daran lag das auf dem Dachspeicher nur eine kleine Lampe “glühte”, so dass wir dem nächtlichen Gast noch eine zusätzliche Leselampe hingestellt haben um ihn ins Rampenlicht zu bringen.

Tag 2

Leider wieder keine Fotos trotz eingeschalteten Licht. Die Spuren waren schon wieder da und auch das Licht war stark genug gewesen. Leider war die Auslösung nicht fein genug eingestellt, sodass ich diese so einstellte, dass bei weniger Pixeländerungen ausgelöst wird, auch mit dem Risiko durch Bildrauschen ein paar mehr Falschaufnahmen zu haben weil die Sonne mal durch das Dachfenster herein kam. Dafür war in der Lebendfalle eine kleine Maus. Den Versuch Sie einzufangen und auszusetzen endete damit das diese sich beim öffnen der Falle auf und davon machte.

Tag 3

Zwei Mäuse erwischt

Endlich was auf den Aufnahmen. Nur leider kein Marder. Sondern nur 2 Mäuse die vor der Kamera rumwuselten. Und dies über mehrere Stunden verteilt.

Da meine Großeltern aber auch die letzten Tage nichts mehr gehört haben ist entweder der Marder weg, wenn er jeh da war, oder die Mäuse sind leiser geworden. Ansonsten werde ich den Igel wieder aufbauen und schauen ob doch noch was größeres auf dem Dachspeicher rumläuft.

Technische Seite

Die Aufnahmesoftware heisst motion. Ich habe darüber auch einen Artikel geschrieben (Überwachungskamera mit motion). Der Artikel ist für openSUSE geschrieben lässt sich aber im großen auf andere Distributionen verwenden. Die Option threshold musste ich von dem Standardwert 1500 auf 400 herunternehmen, da die kleinen Mäuse zu wenig “Pixel” haben.

Igel Thinclient – Zwischenbericht

Igel Winestra – aktueller Stand

Nachdem ich nun in der letzen Woche mal mehr – mal weniger am Gerät rumgespielt habe ein paar Infos von mir wie es um das Gerät steht. Wer noch nicht weiß worum es geht sollte erst diesen Artikel von mir lesen.

Die gute Nachricht ist, dass der IGEL noch funktioniert, die schlechte, dass nicht alles so funktioniert wie ich es erhofft habe. Aber mehr dazu im folgenden Artikel:

PCI-Steckplatz

Der PCI Steckplatz ist von den Maßen her sehr knapp bemessen. Eine USB-PCI-Karte hat nur mit viel gefummel und dem kompletten auseinanderschrauben der Karte sowie des Einbaurahmens gerade so hinein gepasst. Einen Gigabit Netzwerkkarte wollte garnicht hineinpassen. Der PCI Slot ist wohl dafür optimiert den nicht vorhanden Kartenleser aufzunehmen.

Internes USB

Der interne USB-Anschluss hat nach dem Anschluss eines USB-PCI-Brackets für die PCI Blende angefangen interessante Gerüche abzusondern. Scheinbar sind die Stifte nicht wie sonst angeschlossen. Leider habe ich im Netz nichts gefunden wie die Stiftleiste richtig belegt werden. Der USB Controller hat den Kurzschluss zum Glück ohne Probleme überlebt.

RAM nachrüsten

Der RAM-Einschub unterstützt nur Singe-Side-RAM Module. Ein 1GB-Double-Side-Riegel wurde nur mit 512 MB erkannt aber funktionierte. Ein anderer Riegel wurde vom BIOS nicht unterstützt und dieses quietierte dies mit einem Dauerpiepen.

Betriebssystem

GNUstep auf dem IGEL Winestra

Der VIA C7 Prozessor ist nett gesagt sehr langsam. Damit ich ein halbwegs komplettes System installieren kann, habe ich die Flashkarte durch ein 8GB Modell aufgerüstet. Ein openSUSE mit GNUstep startet zwar relativ schnell. Leider gibt es aber kaum Pakete für GNUstep im Build Service, so dass ich im Nachhinein ein minimales Debian installiert habe, welches auch halbwegs flott arbeitet. Leider lässt sich der BeOS Nachbau Haiku nicht dazu bewegen mit dem Thinclient zu arbeiten. Es stürzt schon beim booten ab. Schade eigentlich, da bei Haiku die Oberfläche im Kernelmode läuft und so eventuell noch was Leistung rauszuholen gewesen wäre.

Update: Da GNUstep zwar ganz nett ist, aber letztendlich an der Bedienung scheitert habe ich ein LXDE installiert. Dies ist genauso schnell und verbraucht in etwa genauso wenig RAM wie GNUstep.

Spielereien

Da der TMDS Chip etwas warm wird habe ich einen passiven aufklebbaren Kühlkörper darauf geklebt. Dies ist eigentlich unnötig. Ich hatte nur noch Kühlkörper übrig.

Was noch ansteht ist die Netzwerk-LED. Dafür werde ich wohl noch ein Loch in die Abdeckung bohren. Mal sehen was sich sonst noch damit anfangen lässt. Zurzeit arbeitet die Kiste als aufgebohrter Terminal Emulator im Neusser Hackerspace.

Update 2: Arch Linux läuft unter dem Winestra auch sehr performant und so arbeitet eine Kiste nun bei meiner Mutter als Backup Server. Mit rsyncd, sshd und webmin kommt alles auf ~30 MB RAM. Auch wenn der VIA C7 beim rsync schon arg ins Schwitzen kommt. ;) Der Winestra kann übrigens auch vom Netwerk booten. Im Hackerspace benutzen wir die auch um vom Server ein Arch Linux zu booten.

Interessante Links zum Thema:

25 Euro PC oder Thinclient für Nerds

Igel 4210 LX Winestra

Nachdem ich schon länger damit geliebäugelt habe mit einen Thinclient anzuschaffen (ehr aus der Hinsicht das die Thinclients bei der Bucht günstig zu bekommen sind und man damit rumbasteln kann) habe ich mir ein Igel 4210 LX Winestra gekauft. Das System selber ist ausgestattet mit einem 1Ghz VIA Prozessor, 256MB DDR2 RAM und einer 128 MB Compact Flash Karte als Datenspeicher. Da das System also etwas schwachbrüstig ist muss man hier schon einiges bei der Distributionswahl beachten. Es sei denn man bootet von Netwerk oder bastelt sich etwas zurecht.

Man hat nun die Wahl das Gerät aufzurüsten was ohne weiteres geht. So lässt sich das RAM auf bis zu 1 GB erweitern und die Compact Flash Karte austauschen. Hier ist allerdings auf Kompatibilität zu achten. Auch ein normaler IDE Anschluss ist am Mainboard verbaut. Allerdings muss man dann schauen wie man das Laufwerk mit Strom versorgt. Dies ist nur von einer externen Stromversorgung möglich. Praktischerweise sind Pins für USB intern vorhanden sowie ein aufgelöteter Temperaturmesser. Dazu ist eine PCI Schnittstelle verbaut, so das sich eine Erweiterungskarte einbauen lässt. Die CPU ist passiv gekühlt und somit ist das gesammte Gerät geräuschlos. An der Frontblende sind Anschlüsse für eine LED vorhanden die die Netzwerkaktivität anzeigt. Diese muss allerdings aufgelötet werden.

Hardware

Igel Mainboard

Folgend ein paar Informationen über die verbaute Hardware. Eingebaut ist wie erwähnt ein  VIA C7 Prozessor mit 1 GHz (128KB Cache, MMX, SSE, SSE2). Die Grafikkarte Der TMDS Chip ist ein Silicon Image SIL 164CTG64. Der Ethernetcontroller, sowie Audio sind im Southbridge untergebracht. Dabei handelt es sich um ein VIA VT8235. Der Verbrauch des Systems soll bei Auslastung um die 20 Watt liegen.

Grün = IDE Stiftleiste, Rot = USB Stiftleiste, Blau = Temperatursensor, Orange = PCI Slot

Linuxdistributionen

SliTaz Linux

Als Linuxdistribution fallen die großen Majordistributionen wie openSUSE, ubuntu oder fedora etc. leider aus, da sich diese nur mit sehr viel Aufwand auf 128 MB Speicher mit grafischer Oberfläche installieren lassen. Aus diesem Grunde habe ich mich für SliTaz Linux entschieden, welches bei der Standardinstallation knapp 110 MB benötigt so das noch etwas Luft vorhanden ist. Durch entfernen von ein paar Pakete kann man sogar noch etwas herausholen.

Hacken

Da ich das Gerät erst seit ein paar Tagen besitze werde ich wohl noch etwas damit rumbasteln. Da das Gerät einen internen USB Anschluss hat werde ich eine alte USB Blende benutzen um diese an die USB Steckleiste anzuschließen und daran einen USB-Stick. Das Kernel wird dann auf die Compact Flash Karte geschrieben (wegen Treiber) und die restlichen Daten auf den USB Stick. Dies ist eine wesentlich kostengünstigere Methode, als eine neue große Compact Flash Karte zu kaufen. Das RAM werde ich noch auf 1 GB mit einem alten Arbeitsspeicherriegel erweitern. So sollte sich auch eine normale Distribution aufspielen lassen. Falls noch Platz bleibt könnte man noch eine TV Karte oder zusätzliche Netzwerkkarte einbauen. Mehr dazu werde ich hier später noch schreiben.

Interessante Links zum Thema

YouTube Video über das System > http://www.youtube.com/watch?v=v1LlTvM2r_E